Low-Carb Diät – was ist das eigentlich genau?

von | Mrz 15, 2018 | Ernährung | 0 Kommentare

Das Stichwort der Low-Carb Diät geistert durch nahezu alle Infoseiten, die in irgendeiner Form mit dem Abnehmen zu tun haben. Ob man sie nun positiv oder negativ bewertet, ist unerheblich. Auf jeden Fall ist sie ein überall präsentes Thema. Auch wir haben uns im einen oder anderen Artikel bereits mit der Low-Carb Diät beschäftigt. Daher möchten wir dir an dieser Stelle einen allgemeinen Überblick darüber geben, wie Low Carb eigentlich funktioniert und was dabei körperlich passiert.

Auf welchen biologischen Prozessen beruht das Prinzip Low Carb?

Im Grunde genommen steht es für nichts anderes als eine kohlenhydratarme Diät. Durchschnittlich die Häkfte unserer Energie beziehen wir bei einer gewöhnlichen Ernährung aus Kohlenhydraten. Der Grund dafür ist simpel. Der Körper benutzt für die eigene Energieversorgung Glucose und Fructose, also alle möglichen Zuckerarten. Diese können entweder bereits in dieser Form in den Nahrungsmitteln vorhanden sein oder aber in Form von anderen Kohlenhydraten vorliegen.

Bei Letzteren müssen die Kohlenhydrate zunächst aufgespalten und umgewandelt werden, sodass sie als Energielieferant in die Blutlaufbahn gelangen. Hier lassen sich einfache und komplexe Kohlenhydrate unterscheiden. Der Unterschied ist, dass die Aufspaltung bei den einen schnell, bei den anderen langsam funktioniert. Das Problem dabei: Je schneller du damit fertig bist, umso schneller wandern die Energielieferanten ins Blut. Dabei wird nicht dosiert oder nach und nach abgebaut, sondern es wird die Menge Insulin produziert, das für den Abbau der Energie benötigt wird. Je schneller eine große Menge ins Blut geht, umso mehr Insulin. Umso schneller ist die Energie aber auch abgebaut, das Insulin bleibt aber – du bekommst wieder Hunger.

Wenn du nun deinen Körper auf diese Weise mit Energie versorgst, hat er im Grunde genommen alles, was er in puncto Energie braucht. Warum sollte er also damit anfangen, Fett abzubauen? Das kann man ja noch für schlechte Zeiten gebrauchen. Und genau an diesem Punkt setzt Low Carb an.

Keine Kohlenhydrate, keine externe Energie

Eine Low-Carb Diät will dich körperlich dazu zwingen, mangels extern zugeführter Energie auf die eigenen Fettreserven zurückzugreifen. Deshalb findest du bei den meisten Low-Carb Diäten relativ radikale Muster der Kohlenhydratvermeidung. Bis sich der Stoffwechsel in Richtung Katabolismus verändert, vergehen ein paar Tage. Körperlich musst du schließlich erst einmal begreifen, dass aus irgendeinem Grund keine Kohlenhydrate mehr über die Nahrung kommen. Dann aber beginnt die Produktion körpereigener Energielieferanten, der sogenannten Ketone. Und schon baust du Fettreserven ab.

 

Wie ist eine Low-Carb Diät strukturiert?

Im Grunde genommen gibt es die unterschiedlichsten Modelle. Einige geben dir eine Grenze von 150 Gramm Kohlenhydrate am Tag vor, andere 50. Und im Extremfall bist du bei einer ketogenen Diät, bei der der Kohlenhydratanteil der Ernährung sogar auf null reduziert werden kann. Entsprechend gibt es hier viel theoretischen Spielraum und viele unterschiedliche Modelle, relativ bekannt ist zum Beispiel die Atkins-Diät. Bei dieser ist zum Beispiel vor allem der Beginn stark kohlenhydratreduziert, um überhaupt in den Katabolismus zu kommen. Später lockert sich das Prinzip etwas auf.

Zu den Lebensmitteln, die du bei Low Carb isst, sollten vorzugsweise keine Kartoffeln, Nudeln und Reis gehören. Ebenso sind alle Lebensmittel tabu, die in irgendeiner Weise Zucker verwenden. Brot ist ebenfalls betroffen, solange du kein eigenes Low-Carb-Brot backst, genauso wie andere Teigprodukte und Bäckerwaren (Pizza!). Deine Ernährung muss sich also schwerpunktmäßig in Richtung von Fetten, Eiweiß und Ballaststoffen verschieben. Gemüse ist im Regelfall toll. Schwierig sind jedoch Mais, Hülsenfrüchte und Obst – entweder weil sie viele Kohlenhydrate oder Zucker enthalten. Gut hingegen sind Rezepte mit Fleisch, Fisch und Molkereiprodukte. Hiermit deckst du vor allem Eiweiß und Fett ab.

Wie lange sollte ich eine Low-Carb Diät praktizieren?

Wir von MyBodyBet sind Freunde der klaren, dauerhaften Konzepte. Wir wollen nicht nur, dass du kurzfristig abnimmst und damit Geld bei unseren Challenges verdienst, sondern auch langfristig etwas  für dich mitnimmst und mit deiner Figur glücklich sein kannst. Aus diesem Grund möchten wir dir mit auf den Weg geben, dass Low Carb definitiv funktioniert – aber die Frage ist, wie lange. Man muss festhalten, dass es eine Form der Mangelernährung isst, gerade wenn man es sehr extrem in Richtung ketogener Diät betreibt. Und das kann langfristig zu Problemen führen, beispielsweise einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme oder einer vermehrt auftretenden Glucose-Intoleranz. Deshalb sollte diese Ernährungsform nicht als dauerhaftes Rezept genutzt werden.

Aus diesen Gründen kannst du eine Low-Carb-Diät zwar für dich nutzen – aber tu das idealerweise zeitlich begrenzt. Ein Zeitraum von zwei bis drei Monaten ist bei normalem Gesundheitszustand unbedenklich. Wichtig ist, dass du dir in puncto Ernährung für die Zeit danach ausführliche Gedanken machst. Schließlich sind alte Ernährungsmuster normalerweise nicht gut, wenn man seine Gründe hat(te), abnehmen zu wollen. Daher setze dich damit auseinander, wie du eine ausgewogene Ernährung gestalten kannst. Dazu gehören idealerweise komplexe Kohlenhydrate, mageres Fleisch, Fisch, Molkereiprodukte, Gemüse und Obst. Entsprechend kann dir Low Carb wirklich helfen, aber ein langfristiges Ernährungsplan nicht ersetzen – das musst du dir alternativ oder zusätzlich entwickeln.